Schleusen, Palläste, Eukalyptuswälder und Wein

Veröffentlicht am 30. September 2026 um 14:20

Die Felder sind grüner, wenn wir über sie sprechen, mehr als in ihrem eigentlichen Grün.

Fernando Pessoa

Morgens früh um 5.30 Uhr geht die Fahrt los. Gesäumt von tiefgrünen (invasiven) Eukalyptuswäldern kurven wir den Douro entlang. Für die Bauern ist der Zellstofflieferant ein schnell wachsendes zusätzliches Einkommen. Aber so schön es auch ausschaut, ein Problem wird es, wenn es anfängt zu brennen. Die ölhaltigen Eukalyptusplantagen entzünden sich explosionsartig. Ausserdem entziehen sie den Böden mit ihrem aggressiven Wurzelsystemen Unmengen an Wasser.

Vorbei an Bootsfriedhöfen und an zu verkaufenden leeren Rebbergen.

Die eindrückliche Carrapatelo Schleuse soll mit einer Höhe von 35m die tiefste Schleuse Europas sein. Wir passen gerade so hinein.

Am Nachmittag Ausflug in die Höhe zum Mateus Pallas, einem prunkvollen Wohnhaus im Barockstil aus dem Jahr 1743.

Herrliche, geometrische angelegte Gartenanlagen, leider nicht sehr gepflegt. Die drei angestellten Gärtner konnten wir beim telefonieren und Kies harken beobachten - naja.

Bei einer Audioführung wurden uns die Innenräume gezeigt mit teils eindrucksvollen Sammlungen, welche vom vergangenen Reichtum zeugen.

Ein Dankesschreiben des Papstes und eine umfangreiche - für unsere Geschmäcker eher eine makabere -Sammlung von Reliquien. Angeblich sollen sich sogar Knochenfragmente von Paulus darunter befinden. Gefunden habe ich sie nicht...

Die Resieführerinnen entschuldigen sich stets wegen des schlechten Wetters. Die Schweizer Reisegruppe hingegen geniesst die angenehmen 20° C und ab und zu ein paar Tröpfchen Nieselregen.

Gegen Abend fahren wir weiter auf das Hochplateau von Favaios und besuchen dort die Quinta da Avessada, wo ein Likörwein aus Muskattrauben gekeltert wird.

Für mich wahrscheinlich nicht gerade der richtige Ort 😉 aber bezüglich des Abendessens auf der Quinta gab es keine Alternative als mitzufahren.

An grossen, runden Tischen finden wir uns zu acht in illustrer Gesellschaft wieder. Zum Essen wird unbegrenzt Wein gereicht und die Stimmung steigt mit jedem getrunkenen Glas. An unserem Tisch wird so laut getanzt und gelacht, dass uns die restlichen 100 Mitreisenden missbilligende Blicke zuwerfen. 😂

Das in Rotwein gegarte Rindfleisch hat das restliche Menü herausgehoben.

Erst gegen 22 Uhr und nach einigen Kotz-Pausen (wegen des vielen Alkohols oder wegen der kurvenreichen Bergstrecke) kommen wir mit dem Bus zurück zum Schiff.

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