Das Essen soll zuerst das Auge erfreuen und dann den Magen.
Johann Wolfgang von Goethe

Da unser Schiff aufgrund des niedrigen Wasserstandes nicht so weit fahren konnte wie geplant, sind wir auf der Rückfahrt im Zeitplan ein wenig voraus und können anstelle des geplanten Flusstages einen halbtägigen Zwischenstopp in Vidin (Bulgarien) einlegen.

Beim geführten Spaziergang möchte uns der pensionierte Deutschlehrer die 2'000-jährige Geschichte der Kleinstadt näher bringen und wir entdecken nebenbei so manche Kuriosität.

Diese Strassenlampen wurden früher mit Gas betrieben und sind heute elektrifiziert.

Hier gibt es sie noch: die Telefonzelle.

Mitten im Wohnquartier steht ein schmudeliger Kaffee-Automat, der tatsächlich in Betrieb ist.

Die Hauswände und Baumstämme sind mit Todesanzeigen zugepflastert. Ich habe den Stadtführer danach gefragt: es werden ca. 20 Poster gedruckt und in der Stadt verteilt. Diese bleiben aus Respekt dort hängen, bis sie sich von selbst zersetzen.

Schöne Neobarocke Gebäude entlang der Hauptstrasse.


Renovationsbedürftige Wohnblöcke entlang der Nebenstrassen.


Kleines Theater und Versammlungsraum. Gerade fand dort eine Hochzeit statt.

Die ganz neu renovierte Synagoge, in der aktuell kein Gottesdienst stattfinden darf, denn dafür wären 10 erwachsene jüdische Personen nötig. Ab 1948 wanderten aber allesamt nach Israel aus.
Vor dem 2.Weltkrieg lebten über 50'000 jüdische Einwohner in Bulgarien und während des Krieges wuchs deren Zahl sogar an, denn Bulgarien weigerte sich, diese an Deutschland auszuliefern.
Als Dank dafür wurde von heute in Israel lebenden jüdischen Vidiner:innen diese Inschrift gespendet.


Auf der einen Strassenseite steht die orthodoxe Kirche St. Nikolai und auf der gegenüberliegenden Seite die Osman Pazvantoglu Moschee.


Im Garten des orthodoxen Bischofssitz steht eine kleine, uralte Kirche. Unter den Osmanen wurde den Christen gestattet, eine Kirche zu bauen mit der Auflage, sie hätten dazu 24 Stunden Zeit. Aus dem bereitgelegten Material bauten sie ein einfaches, eingeschossiges Gebäude und unterkellerten dieses dann im Anschluss.


Der rot-weisse Bischofssitz sieht von weitem repräsentativ aus, von nahem blättert jedoch die Farbe an allen Fensterrahmen ab.


Unsere Begleiterin auf dem gesamten 3-stündigen Stadtrundgang... hier werden diese friedlichen Strassenhunde eingesammelt, kastriert und mit einer Ohrenmarke versehen wieder freigelassen.



Das Stadttor "Stambol Kapia", welches heute mitten in der Stadt steht und zur Festungsanlage gehörte.


Die Festungsanlage "Baba Vida" wurde vor 2'000 Jahren von den Römern gegründet und von allen darauf folgenden Besatzern erweitert.


Man kann die Festung auf eigene Faust innen und aussen erkunden. Dabei empfiehlt sich eine Taschenlampe, denn die alten Räume unter den Türmen und Wehrmauern sind stockdunkel! Selbstverständlich habe ich die schlimmste Wendeltreppe mit total abgelaufenen, rutschigen Stufen entdeckt und bin auf allen Vieren hochgekrochen.



Dank des niedrigen Wasserstandes bilden sich neue Sandinseln, auf denen sich Pelikane tummeln. Normalerweise sind diese nicht so weit oben in der Donau anzutreffen.

Zum gluschtig machen, unser kulinarisches Highlight: das mehrgängige Abendessen...





Das Empfangskomitee wartet bis Marianne heimkommt - und vielleicht warten Pedro & Luigi auch ein bisschen auf uns...

Die Schleusenhunde warten auf ihre Wursträdli und bekommen sie von unserer Hotelchefin Astrid zugeworfen.

Am Abend mache ich aus Jux an der Tombola mit und gewinne ein ungarisches Kochbuch in Englisch, inklusive hässlichem Kochlöffel. Unsere Tischrunde im Salon hat sich krummgelacht 😂

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