Der Douro ist nicht nur ein Fluss, er ist eine Landschaft, die in Stein und Wein gemeisselt wurde.
Hilaire Belloc
Um die niedrigste Brücke zu passieren, nämlich die Ferradosa-Eisenbahnbrücke mit 7 m über Normalpegel, müssen das Oberdeck gesperrt und alle Masten und Sonnendächer abgesenkt werden.
Ich versuche ständig, die extremen Kurven des Douro auf einem Foto zu erfassen, aber ohne Drohne wird das wohl nix 😂 deshalb nun der Pfeil: dort zweigt der Fluss im 90°-Plus-Winkel nach rechts ab. Und so geht es den ganzen Tag hin und her. Falls man vergisst die WC Türe zu schliessen, so tut sie dies ganz von alleine mit einem lauten Knall.
Auf dem Oberdeck ist jeder Platz besetzt und alle eingemummelt. Morgens ist es jeweils noch ein wenig frisch, nachmittags dann bis zu 26°C warm. Mittlerweile kennt man sich untereinander ein wenig. Die meisten Gäste sind entspannt und halten gerne ein Schwätzchen.
Am Nachmittag wäre ein Ausflug auf ein Weingut mit Degustation vorgesehen gewesen, was wir uns aber nicht zu Gemüte führen wollen. Ausserdem hinkt wegen des gestrigen Stromausfalles mit Stillstand am falschen Hafen der ganze Tagesplan hinterher und in den Schleusen müssen wir als nicht angemeldetes Schiff jeweils hinten anstehen.
Am späten Nachmittag legen wir in Régua an. Der Grossteil verschwindet mit den Bussen aufs Weingut und ich erkunde den Hafen und die kleine Stadt. Offensichtlich parken die Seeleute hier am Hafen ihre Autos, treffen ihre Kollegen von den zahlreich vor Ort liegenden Schiffen und gehen im Supermercado einkaufen. Letzteres tue ich ihnen gleich und es ist sehr lange her, dass ich so günstig eingekauft habe! Für 5 Euro trage ich einen Rucksack voller Getränke und Snacks zum Schiff zurück.
Am Abend folgt das Captains-Dinner mit viel Brimborium und noch viel mehr Besteck, nur leider nicht mit mehr Würze...
Hier das gesamte Menü in chronologischer Reihenfolge. Die Mengen sind jeweils so gross, dass man nicht alles aufessen kann, was nicht wirklich nachhaltig ist. Versucht man kleinere Portionen zu bestellen, verwirrt man damit das Servierpersonal.
Mit unseren Tischnachbarn, einem Pärchen aus Basel und einem Pärchen aus Malix, haben wir wirklich Glück. Die etwas geschmacklose, gutbürgerliche Küche wird durch interessante, abwechslungsreiche und humorvolle Gespräche aufgewertet.
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